Termine und Veranstaltungen

Veranstaltungen im Libresso August 2017

 

 

06. 08. 2017 Flamenco Konzert mit dem Trio Torazón

 

Das Trio Torazón um die aus Spanien stammende Sängerin Rosa Enciso singt und spielt Flamenco Jazz in

der Besetzung Gesang (Rosa Enciso), Flamenco Gitarre (Thomas Funk, alias „Tomatete“) und Violine

(Alexander Meyen). Feurige Flamencorhythmen der Gitarre treffen auf expressiven Gesang und

leidenschaftlich jazzige Töne der Violine.

Erwarten Sie jedoch aufgrund der ungewöhnlichen Kombination Gitarre und Violine keine klassische

Flamenco Formation. Der Experimentierfreudigkeit der drei Vollblutmusiker sind keine Grenzen gesetzt, und

so schöpfen sie besondere Stücke aus anderen Genres und Kulturen und verleihen diesen ihre persönliche

Note, ihren unverwechselbaren Klang. Eine Spielfreude und Leidenschaft, die einfach ansteckend ist.

Eintritt frei, aber Spenden für die Musiker erbeten. Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

13. 08. 2017 Xu Pei: Der weite Weg des Mädchens Hong

 

Eine ehemalige Pipa-Solistin der Armee der Kommunistischen Partei Chinas beschreibt authentisch,

interessant und berührend ihre Suche nach dem Lebenssinn und den Weg des Mädchens Hong zwischen

dem kulturellen Erbe Chinas, den kommunistischen Verbrechen und westlichen Einflüssen.

Das Mädchen Hong, auch Pipa genannt, wird im kommunistischen Rotchina im chinesischen Drachenjahr

1964 geboren. Es wächst behütet und umsorgt bei systemkonformen Eltern auf, die unter der KP-Herrschaft

verantwortungsvolle Posten bekleiden und somit privilegiert sind, eine Tatsache, die ihr erst später im Westen

bewusst wurde. "Der weite Weg des Mädchens Hong" ist eine Geschichte von Heimat und Heimatlosigkeit,

Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, von sorgloser Kindheit und begreifendem Erwachsenwerden. Es spiegelt die

Kluft in der Bevölkerung Chinas wider. Das Buch von Xu Pei macht Hoffnung, dass die wahre Seele Chinas

wieder mehr an die Oberfläche tritt und dann auch von europäischen "Großfüßlern" verstanden wird.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

20. 08. 2017 „Eine Gesellschaft, die keine Zeit hat, lebt nicht.“ Zeitnot, Ökonomie und Muße

Vortrag mit anschließender Diskussion von Prof. Dr. Friedhelm Decher, Universität Siegen

Moderation: Gerhard Nurtsch

 

Zeitknappheit ist in modernen Gesellschaften für immer mehr Menschen ein alltägliches Dauerproblem. Es

scheint Mühe zu bereiten, sich freie Zeiträume zu schaffen: sei es im Beruf, unter Freunden oder in der

Familie. Dass dies die Realität vieler Menschen in industrialisierten Ländern widerspiegelt, zeigen nicht nur

Umfrageergebnisse, sondern auch zahlreiche wissenschaftliche Studien.

Um zum Kern dieser Problematik vorzudringen, empfiehlt es sich, den Zusammenhang zwischen

gesellschaftlich-kulturellen Umfeldern und Lebensweise-Typen sowie die komplexen Verflechtungen der

individuellen Zeitnot mit unserer Art des Wirtschaftens herauszustellen. Der Unternehmer und Zeitforscher Ivo

Muri betont, Geld- und Zeitstrukturen seien eng miteinander verflochten und es sei hilfreich, verschiedene

Formen von Zeit zu unterscheiden: die Zeit der Uhren, die Zeit des Lebens und die Zeit der Wirtschaft, die mit

dem von Benjamin Franklin stammenden Slogan „Zeit ist Geld“ knapp, aber prägnant charakterisiert wird.

Durch unsere Art des Wirtschaftens gerät nicht die Zeit der Uhren, sondern die Zeit unseres Lebens unter

Druck. Quer zu dieser allseits beklagten Zeitnot nun steht eine andere Zeiterfahrung: nämlich die, dass man

zu viel Zeit hat, und zwar dermaßen zu viel, dass man sich von ihr bedrängt, ja geradezu erschlagen fühlt.

Das ist die Erfahrung der Langeweile. Wie diese Zeiterfahrung konkret erlebt wird und wie sie mit Muße

zusammenhängt soll abschließend beleuchtet werden.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

27. 08. 2017 Joseph Roth: Ich zeichne das Gesicht der Zeit

Essays – Reportagen – Reisefeuilletons, gelesen von Stephan Schäfer (Köln)

 

Joseph Roth (1894-1939) erlangte mit den Romanen „Hiob“ und „Radetzkymarsch“ Weltruhm. Doch viele seiner

Zeitgenossen kannten ihn zunächst vor allem als Journalisten: Seine glänzend geschriebenen Reportagen,

Essays und Feuilletons funkeln vor hellsichtiger Wahrnehmungskraft und leidenschaftlicher Subjektivität.

„Meine kritischen Erzählungen und erzählenden Kritiken sind Geschichten aus dem Leben“, hat Joseph Roth

über seine Prosa gesagt und dabei nicht zwischen literarischen und journalistischen Arbeiten unterschieden.

Jeder alltägliche Moment konnte für ihn zur Geschichte werden. Hier ist derselbe große Erzähler am Werk wie

in den berühmten literarischen Texten. In ihnen erweist sich Roth als unerreichter Seismograph seiner Epoche.

Eine Auswahl dieser Arbeiten zeichnet einige Stationen seines bewegten Lebens nach: von seiner galizischen

Heimat über Wien und Berlin bis ins Exil nach Frankreich.

Stephan Schäfer studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover sowie an der Bremer

Hochschule für Künste. Er gründete das Kölner Künstler-Sekretariat und moderierte bisher über 500

Veranstaltungen und führte zahlreiche Lesungen, Themenabende und Autorenportraits (u.a. Robert Walser,

Wolfgang Hildesheimer, Elias Canetti, W. G. Sebald). Seine besondere Leidenschaft gilt historischen und

zeitgenössischen Reisebeschreibungen. Mehr Informationen finden Sie unter www.lesen-ist-reisen.de.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

Veranstaltungsorganisation: Karin Farokhifar

 

 

Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln, Tel.: 23 73 79