Termine und Veranstaltungen

Veranstaltungen im Libresso November 2017

 

05. 11. 2017 Aus kaiserlichen Gärten quillt ein Duften

Eine lyrisch-musikalische Reise durch China

 

Dichtung hat in China eine sehr große Bedeutung: Gedichte folgen dem Lauf der Jahreszeiten und

drücken eine tiefe Verbundenheit mit der Natur aus. Sie sind Musikstücken gleich – mit Rhythmus und

Melodie. Im Mittelpunkt des aktuellen Programms von Dr. Nicole Hilbrandt und Prof. Da Zhang stehen

die Jahreszeiten. Verse aus den kulturellen Blütezeiten Chinas und Nachdichtungen werden begleitet

von den Klängen der Kniegeige Erhu und der Bambusflöte Hulusi.

Prof. Da Zhang ist ein international bekannter Musiker, er war Instrumentalist am renommierten

Nationaltheater Beijing und Professor für Kniegeige am Kunstzentrum der dortigen Nationaluniversität.

1990 musste er emigrieren und lebt seitdem in Deutschland. Dr. Nicole Hilbrandt arbeitet künstlerisch

mit unterschiedlichen Medien. Ihre Gedichte sind in nationalen und internationalen Zeitschriften und

Anthologien erschienen.

Eintritt frei, aber Spenden für die Vortragenden erbeten. Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

12. 11. 2017 Luther und der Streit um die Bilder.

 

Nach dem Januar-Vortrag von Herrn Professor Seubold zu Luther aus Sicht von Philosophen klingt das

Ende des Reformationsjubiläums-Jahres im Café Libresso mit einem Vortrag der Kunsthistorikerin

Gabriele Huster aus.

Anschauliche Bildbeispiele zeigen den Einfluss des Konfessionsstreits auf die Bildende Kunst. Er war

eine große Herausforderung für Dürer, Cranach, Holbein, die zuvor in katholischen Diensten tätig waren.

Auch für die nächste große Malergeneration – Caravaggio, Rubens und Rembrandt – standen der

Religionskonflikt und die Bilderfrage im Zentrum ihres Schaffens. Ein spannendes Kapitel

Kulturgeschichte erwartet die Besucher.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

19. 11. 2017 Wahrheit im Gleichnis. Von Matthäus bis zu Kafka, Rilke und Wittgenstein

Vortrag mit anschließender Diskussion von Dr. Horst Dieter Rauh, Aachen

Moderation: PD Dr. Markus Wirtz

 

Wahrheitsanspruch gilt als ein kostbares Gut und bleibt ein ständiges Thema in Theologie, Philosophie

und Literatur. Wahrheitsanspruch erhebt auch das Gleichnis, die Parabel. Aufgrund seiner Verbreitung in

vielen Kulturen darf dieses Denkmodell als anthropologische Konstante gelten. Eine zentrale Rolle spielt

es in den Evangelien, die ihre Wahrheit primär, um nicht zu sagen exklusiv in Gleichnissen ausdrücken.

Die Parabel erlaubt Transparenz auf Dinge hin, die sich rationaler Darstellung entziehen. Gleichnisse

sind Sinnfiguren, die auch außerhalb des religiösen Raumes hohe Bedeutung haben: Selbst die

Philosophie Ludwig Wittgensteins bedient sich ihrer, Dantes "Göttliche Komödie" und Rilkes "Duineser

Elegien" schließen mit Gleichnissen, und in der Moderne ist Kafka wohl der berühmteste

Gleichnisdichter. Jedes Gleichnis, das diesen Namen verdient, bewegt sich auf eine Wahrheit hin.

Weshalb dieses Denkmodell in unserer Gegenwart trotz seines hermeneutischen Potentials an Wirkkraft

verlor, wirft viele Fragen auf. Der Historiker und Literaturwissenschaftler Dr. Horst Dieter Rauh

(Aachen) geht diesen Fragen nach.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

26. 11. 2017 Avantgardist, Berliner Kassenarzt, genialer Epiker – über Leben und Werk Alfred Döblins

 

Berlin Alexanderplatz“, der moderne Großstadtroman par excellence hatte ihn gerade weltberühmt

gemacht – da kam schon bald 1933…

Günter Grass schrieb in „Über meinen Lehrer Döblin“ 1968: „Wie heißt die hausbackene Redensart im

Land der Dichter und Denker: Zu Lebzeiten vergessen. Döblin lag nicht richtig. Er kam nicht an. Der

progressiven Linken war er zu katholisch, den Katholiken zu anarchistisch, den Moralisten versagte er

handfeste Thesen, fürs Nachtprogramm zu unelegant, war er dem Schulfunk zu vulgär; weder der

„Wallenstein“ noch der „Giganten“-Roman ließen sich konsumieren; und der Emigrant Döblin wagte

1946 in ein Deutschland heimzukehren, das sich bald darauf dem Konsumieren verschrieb…“

Der Regisseur und Schauspieler Carl-Herbert Braun beleuchtet in seinem Lesungs-Vortrag anhand der

verschiedensten Textbeispiele von und über Alfred Döblin die biographischen Stationen und

widersprüchlichen geistigen Entwicklungen eines der bedeutendsten deutschen Autoren des 20.

Jahrhunderts.

Eintritt 5,-- €/ Schüler, Studierende, Köln-Pass-Inhaber 3,-- €, Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr

 

 

 

 

 

Veranstaltungsorganisation: Karin Farokhifar

 

 

Café Libresso, Fleischmengergasse 29, 50676 Köln, Tel.: 23 73 79